GPA

Glaubenspolaritätenaufstellung

(Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd)

Diese geht zurück auf die Einteilung religiöser Systeme nach ihrer primären didaktischen Betonung bei Frithjof Schuon. Je nachdem, ob Erkenntnis, Liebe oder Ordnung (Pflicht) die Grundbegrifflichkeit der jeweiligen Religion prägt, können wir z.B. bei den verschiedenen Yoga- Formen zwischen Jnana-, Bhakti- und Karma-Yoga unterscheiden.

Bei der Glaubenspolaritätenaufstellung wird mit den Orten Erkenntnis, Liebe und Ordnung ein Dreieck aufgespannt, in das der Focus als Repräsentant hineingestellt wird. Ziel dieser Aufstellung ist es, dass der Focus von diesen drei Kraftquellen, Erkenntnis, Liebe und Ordnung, unbehindert nehmen kann. Dies ist zunächst meist nicht der Fall, da durch die Erziehung oder andere biographische Aspekte der Zugang zu diesen Quellen häufig behindert wird. In der Aufstellung werden diese Behinderungen aufgedeckt und, ohne auf das Warum der Behinderung einzugehen, der Zugang zu den Kraftquellen geöffnet.

Wie bei der Tetralemmaaufstellung unterscheiden wir hier eine freie und eine feste Glaubenspolaritätenaufstellung, je nachdem, ob wir zunächst Orte oder designierte Orte von der Klientin stellen lassen.

Meist verwenden wir die Glaubenspolaritätenaufstellung zur Modifikation von Glaubenssätzen. Hierfür lassen wir die Klientin ihrem Focus ihren belastenden Glaubenssatz ins Ohr flüstern. Wenn der Focus diesen anschließend in der für die Klientin passenden Weise ausspricht, kann die Aufstellung beginnen. Falls dies nicht der Fall ist, wiederholt die Klientin ihren Glaubenssatz für den Focus noch einmal. Während der Aufstellung wird der Focus öfters nach diesem Glaubenssatz gefragt. Dadurch kann direkt beobachtet werden, zu welchem Zeitpunkt und bei welchem Ritual er sich in welcher Weise ändert. Manchmal vergisst der Focus auch den belastenden Glaubenssatz einfach.

Die Glaubenspolaritätenaufstellung kann auch als Metaaufstellung verwendet werden. Hierbei spannt die Glaubenspolaritätenaufstellung den Rahmen für eine weitere Aufstellung auf. So kann z.B. eine Familien- oder Organisationsaufstellung innerhalb einer Glaubenspolaritätenaufstellung stattfinden. Der Vorteil hierbei ist, dass die Kraftquellen die Intensität der Konflikte des innerhalb aufgestellten Systems abmildern. Sie sorgen für einen Ressourcenraum, der die aufgestellten Repräsentanten schützt.

Die Glaubenspolaritätenaufstellung kann immer dann angewendet werden, wenn es darum geht, Ressourcen zu finden und eigenes Handeln zu stärken.

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